Ausrüstung

Unsere Fahrzeuge

Ein Feuerwehrfahrzeug ist ein Kraftfahrzeug, das von der Feuerwehr in dem Rahmen ihrer Einsatztätigkeit benutzt wird. Um in dem Strassenverkehr Sonderrechte in Anspruch nehmen zu können, sind die Feuerwehrfahrzeuge speziell gekennzeichnet und mit Sondersignalen ausgestattet. In Europa sind sie meist rot oder leuchtorange lackiert und haben je nach Land ein Folgetonhorn und eine blaue Rundumkennleuchte.

Ein Feuerwehrfahrzeug sollte nach Möglichkeit in einer Feuerwehrwache und nicht privat untergebracht werden.

Anforderungen

Ein Feuerwehrfahrzeug muß insbesondere gestaltet und eingerichtet sein

  • zur Aufnahme einer Besatzung,
  • zur Aufnahme einer feuerwehrtechnischen Beladung,
  • zur Aufnahme von Lösch- und sonstigen Einsatzmitteln.

Zusätzlich richtet sich die Auswahl eines Feuerwehrfahrzeuges nach unterschiedlichen Gesichtspunkten:

  • nach der Größe des Ortes,
  • nach der Topographie des Einsatzbereiches,
  • nach den hauptsächlichen Gefahrenquellen in dem Einsatzbereich.

Feuerwehrfahrzeuge nehmen als Einsatzfahrzeuge innerhalb der Nutzfahrzeuge seit jeher eine Sonderstellung ein. Die Bürger verknüpfen mit ihnen hohe Erwartungen. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen, die bezüglich Bau und Ausrüstung gestellt werden.

Die heute gebräuchliche Einteilung der Feuerwehrfahrzeuge in verschiedene Varianten beruht weitgehend auf ihrer historischen Entwicklung.

  • Löschfahrzeuge transportieren eine möglichst umfangreiche feuerwehrtechnische Beladung zur Brandbekämpfung, eine Pumpe und eine möglichst große Besatzung. Die meisten Typen von Löschfahrzeugen sind Löschgruppenfahrzeuge mit eine Besatzung von 9 Personen (1+8).
  • Tanklöschfahrzeuge transportieren eine möglichst große Menge Löschmittel (hauptsächlich Wasser), sind mit einer Pumpe ausgestattet, haben c a. das absolut notwendige Minimum an feuerwehrtechnischer Beladung und eine Besatzung kleiner als eine Löschgruppe.
  • Hubrettungsfahrzeuge sind in der Mehrzahl Drehleitern, aber auch Gelenk- und Teleskopmasten. Sie dienen zur Menschenrettung, zur Brandbekämpfung von außen und auch zur Ausleuchtung von Einsatzstellen.
  • Fahrzeuge zur technischen Hilfeleistung: Rüstwagen und Gerätewagen sind für technische Hilfeleistungen ausgerüstet. Sie haben meist eine kleine Besatzung, um möglichst viel Material und schwere Aggregate transportieren zu können. Rüstwagen verfügen über eine eingebaute Seilwinde. Für die technische Hilfeleistung gibt es diverse Spezialfahrzeuge. U.a.:
    • Kranfahrzeuge: Da bei technischen Einsätzen die zu bewegenden Lasten stets größer werden, so werden auch Kranfahrzeuge, die von einem einfachen Ladekran bis zu schweren Autokränen, die auch Eisenbahnwagen heben können, bei der Feuerwehr eingesetzt. Diese werden auf Grund der Kosten naturgemäß bei einzelnen Stützpunkten, die ein großen Bereich abdecken, stationiert.
    • Spezialfahrzeuge für Gefahrguteinsätze sind insbesondere ausgerüstet für Einsätze mit Chemiekalien oder mit radioaktiven Stoffen. Hierzu gehören auch spezielle Messfahrzeuge. (Siehe auch TUIS)
  • Rettungsfahrzeuge. In Gemeinden, in denen der Rettungsdienst von der Feuerwehr wahrgenommen wird, sind Rettungs- und Krankenwagen auch Feuerwehrfahrzeuge.
  • Sonstige Fahrzeuge sind Führungsfahrzeuge, Mannschafttransportfahrzeuge, Schlauchwagen, Wechselladerfahrzeuge, LKW, PKW, Motorräder und diverse sonderangefertigte Fahrzeuge.

Fortschritte in der Entwicklung der Fahrzeugtechnik (leichtere Materialien wie Aluminium, stabilere Konstruktionen, leistungsfähigere Motoren) ermöglichen es, Funktionen, die vorher von verschiedenen Fahrzeugen wahrgenommen werden mussten, in einem Fahrzeug zusammenzufassen. Als erstes wurden Löschgruppenfahrzeuge mit einem Wassertank ausgestattet, um bei einem Brandeinsatz keine Zeit für den Aufbau einer Löschwasserversorgung zu verlieren. Diese Fahrzeuge hätte man "Tanklöschgruppenfahrzeuge" bezeichnen können, nannte sie dennoch verwirrenderweise zusätzlich Löschgruppenfahrzeuge. Tatsächlich haben heute die meisten Typen von Löschgruppenfahrzeugen Löschwasser an Bord. Löschgruppenfahrzeuge und Tanklöschfahrzeuge sind heute für den Laien kaum noch voneinander zu unterscheiden.

Als nächster Schritt wurden Geräte zur technischen Hilfeleistung mit in die Beladung von Löschgruppenfahrzeugen aufgenommen. Diese Fahrzeuge heißen zu dem Beispiel Rüstlöschfahrzeuge in Österreich, Hilfeleistungslöschfahrzeuge (HLF) oder Lösch-Hilfeleistungsfahrzeuge (LHF) in Deutschland. Damit sind Allround-Löschfahrzeuge mit hohem taktischen Einsatzwert entstanden. Näheres ist den länderspezifischen Beschreibungen zu entnehmen.

Bei vielen großen Wehren sieht das langfristig angelegte Fahrzeugbeschaffungskonzept vor, nur noch diese modernen Löschgruppenfahrzeuge (und natürlich Drehleitern) für den Ersteinsatz zu benutzen. Ausrüstung oder Material für größere Einsätze wird in Abrollcontainern oder auf einem Wechselaufbau vorrätig gehalten und in dem Bedarfsfall von Wechselladerfahrzeugen zur Einsatzstelle gebracht.

Die Funktionen "Löschfahrzeug" und "Drehleiter" in einem Fahrzeug zusammenzufassen, wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach versucht, doch keines dieser Konzepte konnte sich durchsetzen. Entweder war das Kombinationsfahrzeug zu groß und zu schwer oder die Drehleiter war zu kurz. Hinzu kommt, daß an vielen Einsatzstellen die Positionen für Drehleiter und Löschfahrzeug verschiedenartig sein müssen. Zu dem Beispiel wird die Drehleiter an der Fensterfront benötigt, um Personen zu retten, währenddessen das Löschfahrzeug in der Nähe des Hauseingangs aufgestellt werden muss. Mit einem Kombinationsfahrzeug wäre damit häufig kein optimaler Einsatz möglich.

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